Bad Freienwalde – das nördlichste Skisprunggebiet Deutschlands
von Bärbel Schulze


Andy Bauer und Bjoern Kircheisen

Elisa Gronau, Sören Manthey, Alexander

Sören Manthey

Andi Bauer mit seinem Team

Blick vom Anlaufturm

Es gibt sie wirklich, Sprungschanzen nordöstlich von Berlin! In Bad Freienwalde unweit der Oder steht im Papengrund eine herrliche Anlage mit vier Schanzen. Bereits in den 20er Jahren existierte dort eine Sprungschanze, von der sogar der spätere Olympiasieger Birger Ruud gesprungen ist. Der WSV Bad Freienwalde 1923 e.V. wollte diese Tradition wieder beleben und entschloss sich nach Neugründung im Jahre 2001 zum Bau neuer Schanzen. So konnten bereits im Oktober 2001 die K10 und die K20 fertig gestellt werden. Zwei Jahre später folgte die K40. Als bisherige Krönung des Engagements des kleinen Vereins wurde am 23. August 2008 die K60-Schanze eingeweiht. In den Schanzen stecken 1,7 Millionen Euro, darunter EU-Fördermittel und Sponsorengelder. Genutzt wird die Anlage vom einheimischen Nachwuchs und auch von polnischen Springern. Es finden regelmäßig Wettkämpfe statt, z.B. Brandenburger Landesmeisterschaften und der Drei-bzw.-Vier-Länder-Schüler-Grand-Prix. Ein Höhepunkt für den Verein und die jungen Sportler war sicherlich der Besuch von Reinhard Heß im August 2004.

Im WSV 1923 wird sehr gute Arbeit geleistet. So konnten bereits zwei Sportler, oder besser gesagt ein Sportler und eine Sportlerin, an das Gymnasium nach Klingenthal delegiert werden. Elisa Gronau (18) und Sören Manthey (14) können nun dort beweisen, dass auch das Land Brandenburg gute Skispringer hervorbringen kann. Seit dem 1. Mai 2009 hat Bad Freienwalde mit Tobias Ostermann, dem Seniorenweltmeister von 2007, einen neuen Trainer, der mit viel Enthusiasmus zu Werke geht. Er versucht, für die Kinder neue Trainingsanreize zu schaffen und besucht auch die Grundschulen der Umgebung, um neuen Nachwuchs zu gewinnen. Gegenwärtig besteht die Trainingsgruppe aus 10 Kindern, darunter 3 Mädchen im Alter von 9 bis 11 Jahren. Trainiert wird 3-4mal in der Woche, aber nicht nur auf der Schanze, sondern auch in der Halle oder mit Inlinern. Der Trainer hofft, demnächst weitere Schützlinge nach Klingenthal „weiterreichen“ zu können, nämlich Andre Hoffmann und Leoni Kindl. Drücken wir den jungen Sportlern die Daumen!

Am 23. Mai 2009 fand sogar das DSV-Opening der Nationalmannschaft der Nordischen Kombination in Bad Freienwalde statt. Sprungtrainer Andi Bauer reiste mit fünf Athleten an. Ronny Ackermann fehlte, hatte dafür mit seiner Hochzeit aber eine gute Entschuldigung. Björn Kircheisen war zwar da, konnte aber aufgrund einer Verletzung ebenso wie Christian Beetz noch nicht springen. Dafür testeten Tino Edelmann, Eric Frenzel und Johannes Rydzek die Schanze ausgiebig. Wie die Springer war auch Trainer Andi Bauer voll des Lobes für die Schanze, die ein sehr gutes Profil hat und sogar mit Flutlicht ausgerüstet ist. Auch hat man auf den Oderdeichen eine wunderbare Rollerstrecke für die Inliner. Insgesamt waren die Bedingungen für das erste Trainingslager der Saison sehr gut.

Der Traum der Bad Freienwalder geht aber noch viel weiter. Sie stellen sich vor, in Zukunft sogar eine 90m- und eine 120m-Schanze zu bauen! Dazu noch weitere Sportstätten für ein richtig großes Wintersportzentrum. Wer die Begeisterung der Vereinsmitglieder gesehen hat und das, was sie bisher schon erreicht haben, traut ihnen das auch durchaus zu.

Für weitere Informationen: http://www.wsv1923.de
Anlaufturm

Elisa Gronau

Eric Frenzel, Johannes Rydzek

Schanzenanlage in Bad Freienwalde

Schanzenkonstruktion